Schriftenreihe: Band 4

Autorin: Heike Brandt
Titel: Invented Traditions:Die Puritaner und das amerikanische Sendungsbewusstsein
Reihe: Schriftenreihe der Forschungsstelle Grundlagen Kulturwissenschaft
Verlag/Ort/Jahr: Karl Stutz Verlag, Passau 2011

Kurzbeschreibung

 „Invented Traditions“ wurden bisher nur im geschichtsträchtigen Europa entdeckt. Wenn Heike Brandt das Konzept Hobsbawms auf die Neue Welt anwendet, wird sie jedoch sofort fündig. Seit den 60ziger Jahren ist es die einhellige Meinung der Amerikanistik, insbesondere der politologisch ausgerichteten, dass das Sendungsbewusstsein eine immerwährende Tradition bildet, die auf die Puritaner der zweiten Einwanderungswelle zurückgeht. Gegen diesen Gemeinplatz, den Laien wie Fachleute pflegen, stellt die Verf. die These, das Sendungsbewusstsein sei in seiner noch heute gültigen und zuletzt von George Bush benutzten Form erst in der Ära des Kalten Krieges entstanden. Keinesfalls ist es puritanischen Ursprungs. Auf der Grundlage eines aufwändigen Quellenstudiums und eingehender Analysen des so uneinheitlichen Konglomerats, das man Puritaner nennt, wird insbesondere diese Behauptung als „invented“ herausgestellt. Wenn das Sendungsbewusstsein zum „American exceptionalism“ gehört, dann muss sein Stellenwert jetzt neu justiert werden.

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