Phase 1: Vorbereitung

In der Vorbereitungsphase prüfen Sie, ob Sie die persönlichen und sachlichen Voraussetzungen für eine erfolgsversprechende Bewerbung erfüllen:

  • Abschluss an einer deutschsprachigen Universität
  • Bereitschaft, auf eine berufliche (Neben-)Tätigkeit während des Förderzeitraums zu verzichten

Beachten Sie: In der Regel werden nur deutschsprachige Promotionen gefördert, was eine entsprechende Beherrschung der Sprache voraussetzt.

  • Hohes wissenschaftliches Niveau
  • Inhaltliche Ausrichtung am Thema „Kollektivität“

Dass Sie diese beiden Voraussetzungen erfüllen, muss sich aus dem 5seitigen-Exposé ergeben, das Teil Ihres Antrags auf ein Stipendium ist. In diesem Exposé stellen Sie uns Ihr Projekt vor. Über die 5 Seiten hinaus sollte es ein Literaturverzeichnis und einen Zeitplan enthalten.

Wie stelle ich fest, ob mein Projekt dem wissenschaftlichen Schwerpunkt gerecht wird?

Wenn Sie sich nicht sicher sind, worum es beim kollektivwissenschaftlichen Ansatz geht und ob Ihr Projekt dazu passt, empfiehlt es sich

  • unter „Kollektivwissenschaft“ und „Fellowship & Betreuung“ (geförderte Projekte) zu recherchieren;
  • die angegebene Literatur unter „Kollektivwissenschaft“ zu studieren;
  • Kontakt mit dem Leitenden Direktor der Forschungsstelle, Klaus P. Hansen, aufzunehmen. Er freut sich, Sie zu beraten. -> per E-Mail (forschungsstelle.kollektiv(at)ur.de) oder - noch unkomplizierter - telefonisch unter +49 851-59 163

Die meisten wissenschaftlichen Disziplinen und ihre Dissertationsthemen besitzen kollektivwissenschaf­t­liches Potential, das oft nicht realisiert wird.

Beispiel 1: Nehmen wir an, Ihr Fach ist die Literaturwissenschaft und Sie sind auf eine Gruppe weiblicher Autoren im Kuba der sechziger Jahre gestoßen. Wenn Sie die von den Autorinnen bevorzugten literarischen Formen in den Vordergrund stellen, wird Ihr Antrag auf Förderung höchstwahrscheinlich abgelehnt. Nicht aber wenn Sie das Kollektiv mit seinen Gemeinsamkeiten (Frauen, Autorinnen, Kuba, sechziger Jahre) zu einer der zentralen Fragestellungen erheben.

Beispiel 2: Wenn Sie als Politologe über soziale Gerechtigkeit schreiben, dann könnten Sie – und wären damit der erste – das Thema über kollektive Wertigkeit abhandeln. Spätestens wenn Sie als Beispiel anführen, Manager dürften mehr verdienen als Hausmeister, fällt Ihnen auf, dass nicht das Individuum im Zentrum Ihres Themas steht, sondern Kollektive und deren Wahrnehmung.

Nicht alle Themen lassen sich für die Kollektivwissenschaft fruchtbar machen (z.B. der Vernunftbegriff bei Kant; oder Probleme der amerikanischen Abfallwirtschaft), aber meistens wird sie doch gestreift. Da die Forschungsstelle keine allgemeine Nachwuchs- oder Begabtenförderung betreibt, sondern den kollektivwissenschaftlichen Ansatz weiterentwickeln möchte, werden nur ihm entsprechende Anträge bewilligt.