Dr. Martin Voigt

Projekt: Der Kult „beste Freundin“ – Mädchenfreundschaften unter dem Einfluss von Social Media

-> siehe Martin Voigt, Mädchenfreundschaften unter dem Einfluss von Social Media (Peter-Lang-Verlag, Frankfurt/M. 2015).

Projektbeschreibung:
Das soziolinguistische Projekt beschäftigt sich mit dem Phänomen "Mädchenfreundschaft" anhand der Selbstdarstellung in sozialen Netzwerken. Im Diskurs der Jugendforschung steht der Begriff "face to face-Freundschaft" für bestimmte stereotypisierte Interaktionsmuster. Über intime Gesten und gemeinsame Geheimnisse schaffen Mädchen eine exklusive Sphäre der Verbundenheit. Das Forschungsprojekt zeigt auf, dass sich diese Mädchenfreundschaften in den letzten Jahren verändern. Schülernahe Online-Netzwerke nehmen Einfluss auf das Beziehungshandeln und die Identitätskonstruktion in Mädchencliquen. Innerhalb des Kollektivs der 12-16jährigen Mädchen entsteht seit ca. 2007 ein Kult um die allerbeste Freundin, der die Freundschaft zur Liebesbeziehung stilisiert. Beste Freundinnen markieren sich als "miteinander verheiratet", küssen sich auf Profilfotos und nennen sich "Schatzi", "Engel"; "ich liebe dich" ist der beliebteste Gruß. Nur wenige Mädchen können sich der Faszination der Profilbilder und Beziehungsphrasen vollständig entziehen. Soweit der Wunsch nach Individualität das Verlangen nach sozialer Anerkennung übertrifft, scheint den Kult nicht als Ganzen in Frage zu stellen, sondern ihn nur stilistisch zu variieren. Aus einer soziolinguistischen Perspektive werden charakteristische Sprachmuster vorgestellt sowie soziale und mediale Ursachen dieser Jugendkultur diskutiert. 

Betreuerin:
PD Dr. Christiane Wanzeck

Fachbereich:
Germanistik (Soziolinguistik)

Akademischer Werdegang des Fellows (bis zum Promotionsabschluss):

  • Seit 2010: Promotionsstudium, Institut für Deutsche Philologie (Ludwig-Maximilians-Universität München)
  • 2010: M.A., Ludwig-Maximilians-Universität München

Publikationen (bis zum Abschluss des Promotionsverfahrens)
Monographie:

Artikel (Auswahl):

  • »Virtuelle Inszenierung und soziale Funktion des sprachlichen Kindchenschemas in Mädchenfreundschaften.« In: Kotthoff, Helga & Mertzlufft Christine (Hrsg.); Jugendsprachen. Stilisierungen, Identitäten, mediale Ressourcen. Peter Lang, Frankfurt a. M. 2014, S. 311-346.
  • ""ich und meine abf" – Zur psychosozialen Konstitution der 00er-Generation am Beispiel online inszenierter Mädchenfreundschaften." In: Dittler, Ullrich & Hoyer, Michael (Hrsg); Social Network – Die Revolution der Kommunikation. kopaed Verlag, München 2011, S. 155-184.

Presseartikel u.ä. (Auswahl)...
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